Glossar

In diesem Glossar finden Sie zum besseren Verständnis eine Erklärung der auf dieser Website und in der Studie verwendeten Begriffe.

A
Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt
Das Amt für Umwelt und Energie in Basel befasst sich unter anderem mit Themen der Abfallentsorgung und unterstützt hierbei die Bevölkerung in ihren Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung (Website des Amts für Umwelt und Energie).
App
Als App (kurz für Applikation) wird eine Anwendungssoftware für Mobiltelefone (Smartphones) oder Tablet-Geräte bezeichnet.
Attention Shifting
Attention Shifting bezeichnet eine Massnahmenkategorie, welche jene Massnahmen beinhaltet, die darauf abzielen, das Verhalten durch die gezielte Lenkung der Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung zu steuern. Dies geschieht oft unbewusst und mit Hilfe sogenannter «Nudges» (Thaler, Sunstein 2008).
B
Basler Litteringgespräche
Bei den Basler Litteringgesprächen handelt es sich um eine Diskussionsrunde unter Beteiligung des Amts für Umwelt und Energie Basel-Stadt, Coop, Migros, Manor, Valora, McDonald’s sowie des Gewerbeverbands Basel-Stadt mit dem Ziel der Entwicklung von Strategien zur Reduktion des Litterings (Website des Amts für Umwelt und Energie).
Bedingte Kooperation
Menschen sind gemäss empirischen Forschungen durchaus bereit, einen Beitrag zu einem öffentlichen Gut (z.B. der Sauberkeit im öffentlichen Raum) zu leisten, wenn andere Mitglieder der Gesellschaft das Gleiche tun. Das Verhalten der übrigen Menschen stellt folglich die Bedingung für das eigene Verhalten dar (Fischbacher et al. 2001, Fehr, Fischbacher 2004).
BEA™
BEA™ – «Behavioral Economics Approach» – beschreibt den von FehrAdvice & Partners entwickelten verhaltensökonomischen Ansatz.
Belief
Beliefs bezeichnen die Erwartung von Menschen darüber, wie sich andere Menschen in einer bestimmten Situation verhalten. Sind einheitliche Beliefs über eine spezifische Verhaltensweise vorhanden, so existiert diesbezüglich eine Norm.
Belief Management
Belief Management stellt eine Massnahmenkategorie dar, welche zum Ziel hat, einheitliche Beliefs in der Gesellschaft zu fördern und damit Normen zu stärken.
Bereitschaft
Der Begriff Bereitschaft bezieht sich im Kontext dieser Studie auf den Willen und die Fähigkeit zu gesellschaftlichen Zielen, hier der Sauberkeit im öffentlichen Raum, beizutragen.
Bewusstsein
In der vorliegenden Studie wird unter Bewusstsein das Wissen über die positiven sowie negativen Auswirkungen des eigenen Littering-Verhaltens auf andere Menschen, die Umwelt oder die Gesellschaft verstanden.
Blind Spot
Als Blind Spot wird die Tatsache bezeichnet, dass Individuen zwar grundsätzlich über ein Wissen um eine bestimmte Problematik verfügen, dieses jedoch in bestimmten Situationen und Kontexten nicht in ihre Entscheidungsfindung einfliesst (Bazerman 2011).
Broken-Window-Effekt
Der Broken-Window-Effekt («Effekt der zerbrochenen Scheibe») besagt, dass dort, wo bereits erste Scheiben eingeschlagen sind, die Wahrscheinlichkeit weiterer eingeschlagener Scheiben steigt. Im Kontext des Litterings beschreibt der Broken-Window-Effekt also, dass an Orten mehr gelittert wird, an welchen bereits erste Gegenstände gelittert wurden.
Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Das Bundesamt für Umwelt stellt eine Fachstelle des Bundes dar, welche für Themen der Umwelt verantwortlich ist. Es gehört dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation an (Website des Bundesamts für Umwelt).
C
Cold State
siehe «Hot State».
Commitment Device
Die Aufmerksamkeit einer Person kann durch das Unterschreiben eines Formulars, des Commitment Device, auf eine bestimmte Problematik hingewiesen werden. Ein mit dem Inhalt des Formulars inkonsistentes Verhalten würde dem Selbstbild als einem ehrlichen Menschen schaden, weshalb die Unterschrift selbst ohne jegliche rechtliche Grundlage eine bindende Wirkung (Commitment) erzeugt (Mazar, Amit, Ariely 2008).
Community (Building, -Struktur)
Eine Community bezeichnet ein soziales Konstrukt, eine gesellschaftliche Gruppe, welcher ein Gemeinschaftsgefühl innewohnt und welche durch verbindende Elemente (z.B. ein gemeinsames Interesse) erzeugt und gestärkt werden kann (Community Building). Mitglieder dieser Communities stiften sich durch ihre Beiträge zu dieser gegenseitig Nutzen. Strukturen, die diesen Gemeinschaften zugrunde liegen, werden als Community-Strukturen bezeichnet (z.B. das Erreichen einer höheren Beitragszahl und der damit verbundene Anstieg in der Statusbezeichnung sowie die Feedbackstruktur in Internetforen).
D
Digital Lifestyle
Digital Lifestyle ist ein Sammelbegriff für den Lebensstil, welcher mit der zunehmenden Digitalisierung des Alltags in Zusammenhang steht. Er drückt sich beispielsweise durch die flächendeckende Verbreitung von Mobiltelefonen mit Internetzugriff aus.
Dosen- und Flaschenpfand
Das Dosen- und Flaschenpfand bezeichnet das implizite Hinterlegen eines bestimmten Geldbetrags beim Kauf einer Dose oder Flasche. Der Betrag wird bei Rückgabe des leeren Getränkegebindes zurückerstattet..
E
Enabler
Massnahmen, welche ein erwünschtes Verhalten erleichtern, werden als Enabler bezeichnet. Sie verhindern unter anderem das leichte Finden von Ausreden für unerwünschtes Verhalten und senken die psychologischen Kosten erwünschten Verhaltens.
Entsorgungsinfrastruktur
Unter dem Begriff Entsorgungsinfrastruktur werden die Anzahl, die Erreichbarkeit sowie die Gestaltung und Kombination von Entsorgungsstellen (Abfalleimern, Sammelstellen etc.) zusammengefasst.
Externalität (positiv, negativ)
Unter einer Externalität wird die Wirkung einer Handlung auf andere Menschen oder die Gesellschaft verstanden. Diese Wirkung kann sich sowohl als zuträglich (positive Externalität) als auch nachteilig (negative Externalität) für den Nutzen anderer Individuen erweisen.
F
Fairnesspräferenz
Als Fairnesspräferenzen werden alle Präferenzen bezeichnet, welche sich auf Ungleichheiten zwischen Individuen beziehen. Dabei verfügen Individuen sowohl über Präferenzen bezüglich für sie vorteilhafter sowie nachteilhafter Ungleichheit.
G
Gamification
Als Gamification («Spielifizierung») wird die Verwendung spielerischer Elemente (z.B. Erfahrungspunkte, Status, Levels, Wettbewerbe) verstanden, wodurch als anstrengend oder monoton empfundene Aufgaben interessant und angenehm gestaltet werden können.
Giesskannenprinzip
Der Begriff Giesskannenprinzip beschreibt eine Form der Verteilung von Subventionen oder Sanktionen, bei welcher weder der tatsächliche Verursacher ermittelt noch die Höhe oder der Zeitpunkt des Anfallens der Subventions- oder Sanktionsgrundlage berücksichtigt wird. Kennzeichnend dafür ist, dass diese Subventionen beziehungsweise Sanktionen in gleichem Masse über die Zielgruppe verteilt werden.
H
Habitualisiertes Verhalten
Im Gegensatz zu bewussten Entscheidungen findet der Entscheidungsprozess bei habitualisiertem Verhalten unbewusst statt. Entscheidungen werden nach Gewohnheit getroffen und nicht mehr bewusst reflektiert.
Heuristiken
Da der Mensch über limitierte kognitive Kapazitäten verfügt, wendet er bei Entscheidungen Heuristiken an. Diese «Daumenregeln» ermöglichen es, unter unvollständiger Information und in begrenzter Zeit subjektiv zufriedenstellende Entscheidungen zu treffen. Somit sind diese Heuristiken für Individuen oft effektiv, können aber zu systematischen und vorhersehbaren Verzerrungen führen.
High-Level-Massnahme
Als High-Level-Massnahmen werden übergeordnete Massnahmenkategorien bezeichnet, welchen spezifische Massnahmen untergeordnet sind.
Hot State
Als Hot State wird der menschliche Zustand im Moment der Entscheidung bezeichnet, wenn dieser von Emotionen geprägt ist. Entscheidungen werden impulsiv und kaum rational gefällt. Das Gegenteil ist für den so genannten Cold State der Fall, in welchem das Individuum eine rationalere Herangehensweise an den Tag legt.
Hot-Spot
Bestimmte Orte, welche im Littering-Kontext als besonders exponiert betrachtet werden können, sind in der Studie als Hot-Spots bezeichnet.
I
Identität
siehe «Soziale Gruppe».
Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz (IG DHS)
Bei der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz handelt es sich um einen Zusammenschluss führender Detailhandelsunternehmen in der Schweiz.
Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU)
Die Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) ist das Schweizer Kompetenzzentrum in Littering-Fragen und setzt sich mit verschiedensten Präventions- und Sensibilisierungsmassnahmen für eine saubere Schweiz ein. Die Trägerschaft setzt sich zusammen aus Recyclingunternehmen und diversen Organisationen der Privatwirtschaft, die sich freiwillig gemeinsam gegen das Littering engagieren (www.igsu.ch).
Interessengemeinschaft Saubere Veranstaltung
Die Interessengemeinschaft Saubere Veranstaltung ist eine Interessengemeinschaft bestehend aus Kantonen, Gemeinden und Städten, welche unter anderem durch das Bundesamt für Umwelt unterstützt wird und mit ihren Aktionen dazu beiträgt, die durch und nach (Gross-) Veranstaltungen anfallende Verschmutzung zu reduzieren (Website der Interessengemeinschaft Saubere Veranstaltung).
K
Kombinationseinrichtungen
Der Begriff der Kombinationseinrichtungen bezieht sich im Rahmen dieser Studie auf Sammelstellen, welche die Möglichkeit zur getrennten Entsorgung verschiedener Abfallgegenstände (z.B. Glas, PET-Flaschen, Dosen) bieten.
Kooperatives Verhalten
Kooperatives Verhalten beschreibt, dass Menschen nicht nur ihrem Eigennutz verpflichtet sind, sondern durchaus in der Lage und willens sind, in bestimmten Situationen nach dem Gemeininteresse zu handeln und in die Vorleistung zu gehen.
Kosten/Nutzen
Kosten und Nutzen bezeichnen im Rahmen dieser Studie alle für ein Individuum negativen und positiven Effekte, welche sich aus einer Handlung ergeben. Dabei spielen nicht nur monetäre Faktoren eine Rolle, sondern auch nichtmonetäre Faktoren wie beispielsweise psychologische Kosten.
L
Littering
Das bewusste oder unbewusste Liegenlassen oder Wegwerfen von Abfällen im öffentlichen Raum wird als Littering bezeichnet. Dieser Begriff beinhaltet jedoch nicht die illegale Entsorgung von Haushalts-, Industrie- oder Gewerbeabfällen mit dem Ziel, Entsorgungskosten einzusparen.
M
Mobile Jugendarbeit Basel
Der Verein Mobile Jugendarbeit Basel hat es sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche in ihrer eigenen Lebenswelt aufzusuchen und zu erreichen. Die geleistete Jugendarbeit besteht aus Jugend-, Gruppen- und Cliquenarbeit sowie Beratung und Gemeinwesensarbeit (Website der Mobilen Jugendarbeit Basel).
N
Negativer Anreiz
Als negativer Anreiz werden alle Arten von Anreizen verstanden welche mittels Sanktionen (monetär, nichtmonetär) Verhalten in eine gewünschte Richtung lenken sollen.
Norm (soziale)
Eine Norm spiegelt in einem bestimmten Kontext die Erwartung (Belief) darüber wider, welches Verhalten die Gesellschaft oder eine soziale Gruppe in diesem Zusammenhang als angemessen oder unangemessen erachtet (Weber und Krupka 2013).
Norm des «Nicht-Litterns»
Im Kontext dieser Studie bezeichnet die Norm des «Nicht-Litterns» jene soziale Norm, welche das bewusste oder unbewusste Liegenlassen oder Wegwerfen von Abfällen in der Öffentlichkeit als sozial unerwünscht einordnet.
Nudge
Als Nudges werden «Schupser» verstanden, welche unterbewusst die Entscheidungen von Menschen beeinflussen und hauptsächlich auf das System 1 abzielen. So versuchen sie mittels visueller Symbole, unterschwelliger Botschaften oder geschickter Darstellungsweise/geschickten Designs, die menschliche Entscheidungsfindung – die im Rahmen von System 1 eher schnell und intuitiv stattfindet – in die gewünschte Richtung zu lenken.
O
Öffentliches Gut (Public Good)
Ein Gut wird dann als öffentliches Gut bezeichnet, wenn es sich sowohl durch Nicht-Ausschliessbarkeit auszeichnet (kein Mensch kann von der Nutzung abgehalten werden, unabhängig vom individuellen Beitrag zu diesem Gut) und keine Rivalität bezüglich des Konsums vorherrscht (die Nutzung durch ein Individuum schränkt die Möglichkeit zur Nutzung durch andere Individuen nicht ein). Ein Beispiel für ein solches Gut ist die öffentliche Sauberkeit.
Ökonomische Kosten
Mit ökonomischen Kosten sind diejenigen monetären Kosten gemeint, die bei der Nichteinhaltung einer erwünschten Verhaltensweise auftreten.
P
Panel
Der Begriff Panel (hier Online-Panel) bezeichnet einen Pool von Menschen («Panelisten»), auf den zum Zweck der Befragung mittels eines externen Anbieters zugegriffen werden kann.
Peer
Als Peer wird ein Mitglied jener sozialen Gruppe bezeichnet, welcher sich ein Individuum in einer bestimmten Situation selbst zuordnet (beispielsweise eine Studentin für andere Studierende).
Peer Punishment
Als Peer Punishment wird die Tatsache bezeichnet, dass viele Menschen dazu bereit sind, andere Personen in einer Gruppe zu bestrafen, welche sich nicht an die geltende Norm halten. Dies ist sogar dann der Fall, wenn ein Individuum zur Bestrafung anderer Kosten auf sich nehmen muss (Fehr, Gächter 2000). Die Bestrafung als solche muss dabei keineswegs monetärer Natur sein. Sie kann sich auch dadurch ausdrücken, dass Menschen andere Menschen auf ein Fehlverhalten hinweisen.
Post-Stratifizierung
Unter Post-Stratifizierung wird eine statistische Methode zur Gewichtung von Gruppen der Stichprobe (den Strata) nach ihren Anteilen in der Population verstanden, welche es zum Ziel hat, Repräsentativität der vorliegenden Daten für eine Population zu erzeugen.
Präferenz
Eine Präferenz bezeichnet eine Vorliebe für eine Handlung, einen Zustand oder Gegenstand. Im verhaltensökonomischen Verständnis werden darunter insbesondere soziale Präferenzen (z.B. Fairnesspräferenzen, Altruismus etc.), Risikopräferenzen sowie Zeitpräferenzen verstanden. Präferenzen werden in frühester Kindheit ausgebildet, sind aber keinesfalls starr (Heckman 2006, Heckman 2007).
Preference Management
Unter dem Begriff Preference Management werden jene Massnahmen zusammengefasst, welche zum Ziel haben, die Präferenzen von Individuen zu beeinflussen und so deren Verhalten oder bestimmte Verhaltenstreiber positiv zu beeinflussen.
Prospect Theory
Die Prospect Theory – zu Deutsch auch Neue Erwartungstheorie – wurde von Kahneman und Tversky (1979) eingeführt und beschreibt, wie Menschen unter Unsicherheit Entscheidungen treffen.
Psychologische Kosten
Die korrekte Entsorgung von Abfall kann mit psychologischen Kosten verbunden sein. Einerseits können psychologische Kosten entstehen, wenn beispielsweise der Weg zum Mülleimer als mühsam empfunden wird. Andererseits kann auch die wahrgenommene Verletzung von Fairnesspräferenzen einen Einfluss auf die psychologischen Kosten ausüben. So fällt es beispielsweise Menschen, die sich unfair behandelt fühlen, psychologisch leichter zu littern, da sie die vorangegangene «Unfairness» als Ausrede für ihr Verhalten herbeiziehen.
Pusch
Pusch – die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz – setzt sich für umweltfreundliches Verhalten von Menschen ein. Zu diesem Zweck organisiert die Stiftung regelmässig Kurse, Schulunterricht, und diverse Aktionen (PUSCH, 2013).
Push-Nachricht
Push-Nachrichten werden von bestimmten Anwendungen direkt auf Mobiltelefone (Smartphones) oder Tablet-Geräte versendet, um den Anwender schnell mit Informationen und Neuigkeiten zu versorgen.
Q
QR-Code
Der QR-Code oder auch Quick Response Code bezeichnet einen zweidimensionalen Code, welcher auf Gegenstände gedruckt und von mobilen Geräten (z.B. von Mobiltelefonen) gelesen und dekodiert werden kann. Die Codes können verschiedenste Informationen beinhalten.
R
Referenzpunkt (Referenzpreis)
Der Referenzpunkt stellt einen entscheidenden Faktor bei der Beurteilung vieler Situationen dar. Möglichkeiten und Situationen werden oft nicht absolut beurteilt, sondern relativ zu einer anderen Möglichkeit respektive Situation. Der Vergleichswert kann als Referenzpunkt bezeichnet werden. Der Referenzpreis ist eine monetäre Ausprägung des Referenzpunkts.
Reziprozität (negative, positive)
Positive Reziprozität bezeichnet eine Verhaltensweise, bei welcher sich Menschen für etwas erkenntlich zeigen, das heisst zum Beispiel einen Gefallen erwidern. Negative Reziprozität hingegen tritt auf, wenn Menschen auf eine erlebte Ungerechtigkeit mit einer Sanktion (monetär, nichtmonetär) reagieren. Negative Reziprozität tritt beispielsweise auf, wenn Fairnesspräferenzen verletzt wurden (Fehr, Gächter 2004).
Robustheit
Unter Robustheit wird die Beständigkeit eines statistischen Modells oder statistischer Ergebnisse bei der Änderung äusserer Parameter (im vorliegenden Fall für zwei unterschiedliche Stichproben) verstanden.
S
Selbstüberschätzung
Die Selbstüberschätzung (auch «Overconfidence») bezeichnet die systematische Überschätzung eigener Fähigkeiten. Dieser Effekt tritt stärker bei Männern auf als bei Frauen (Niederle, Vesterlund 2007).
Service Public
Unter Service Public wird in dieser Studie die durch Bund, Kantone und Gemeinden zu Verfügung gestellte Grundversorgung in der Infrastruktur verstanden.
Signifikanzniveau
In der Statistik wird unter dem Signifikanzniveau jene Wahrscheinlichkeit verstanden, mit der man eine Hypothese fälschlicherweise verwirft.
Social Media
Social Media bezeichnet digitale Technologien, welche es Benutzern erlauben, sich untereinander auszutauschen. Beispiele für die Nutzung von Social Media sind Plattformen wie Facebook, Twitter etc.
Soziale Gruppe

Jeder Mensch ordnet sich selbst verschiedenen sozialen Gruppen zu, wie beispielsweise «Ehemann/-frau», «Mutter/Vater» oder «Chef/-in», welchen er sich zugehörig fühlt. Als Folge aus diesem Zugehörigkeitsgefühl identifiziert sich eine Person mit den der jeweiligen Gruppe zugrunde liegenden Normen und zieht Nutzen daraus, dem Idealbild seiner Identität näher zu kommen (Akerlof und Kranton 2010).

Soziale Kontrolle
Soziale Kontrolle bezeichnet alle Elemente der Beobachtbarkeit und der Nachverfolgung nicht normkonformen Verhaltens in einem bestimmten Kontext durch Menschen gleicher sozialer Gruppe. Die Beobachtbarkeit nicht normkonformen Verhaltens wird auch als soziale Transparenz bezeichnet. Eine Erhöhung dieser Faktoren kann zur Stärkung einer Norm beitragen.
Soziale Präferenz
Als soziale Präferenzen werden jene Präferenzen bezeichnet, welche bei sozialen Interaktionen zur Anwendung kommen.
Soziales Dilemma
Von einem sozialen Dilemma ist die Rede, wenn Aktivitäten zum Erhalt eines öffentlichen Guts zwar wünschenswert wären, sich jedoch für den Einzelnen der Anreiz ergibt, so wenig wie möglich dazu beizutragen und stattdessen von der Leistung anderer zu profitieren («Free­riding») (Fehr und Fischbacher 2002).
Spillover-Effekt
Als Spillover-Effekte werden die positiven Einflüsse bezeichnet, welche die Durchführung einer bestimmten Massnahme auf andere Mass­nahmen oder Massnahmenkategorien hat.
System 1/System 2
System 1 bezeichnet eine schnelle, impulsive und intuitive Denkweise. Das rationale, langsame und bewusste Entscheiden hingegen findet im System 2 statt (Kahneman 2011). Die Begriffe «System 1» und «System 2» sind als Metaphern für relativ komplexe Denkvorgänge zu verstehen.
T
Testimonial-Kampagne
Als Testimonial-Kampagnen werden Kampagnen verstanden, in welchen eine Person als Rollenmodell eine bestimmte Botschaft übermittelt.
V
Verhaltensmatrix
Ist in der Studie von der Verhaltensmatrix die Rede, so bezieht sich diese auf das im Rahmen von Kapitel 4.4 vorgestellte Framework.
Verhaltensmodell
Ist in der Studie vom Verhaltensmodell die Rede, so wird auf das in Kapitel 4 entwickelte Modell referenziert.
Verhaltensökonomische Präferenzen
siehe «Präferenzen».
Verlustaversion
Die Verlustaversion bezeichnet den Umstand, dass Verluste stärker wahrgenommen werden als Gewinne in gleicher Höhe. Dieses Konzept wurde von Kahneman und Tversky (1979) in ihrer Prospect Theory eingeführt.
Verursacherprinzip
Das Verursacherprinzip bezeichnet einen volkswirtschaftlichen Grundsatz, welcher vorsieht, dass die Kosten, welche im Rahmen einer Aktivität auftreten, vom jeweiligen Verursacher getragen werden müssen.
W
Wert (individueller)
Ein individueller Wert beschreibt, was Menschen in bestimmten Situationen als richtig und wichtig empfinden.
Werteset
Jeder Mensch verfügt über ein eigenes Werteset, welches die Summe der individuellen Werte widerspiegelt.
Z
Zeitpräferenz (Geduld)
Zeitpräferenzen beschreiben, wie Menschen heutige Ereignisse (z.B. Gewinne, Verluste) gegenüber zukünftigen bewerten. Menschen, welche sich durch eine hohe Präferenz für die Gegenwart auszeichnen, sind weniger geduldig. Aus diesem Grund werden Kosten und Nutzen, die in der Zukunft anfallen, von solchen Menschen in einer Entscheidungssituation schwächer gewichtet (O’Donoghue, Rabin 1999).
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